Geschichte

DIE NEUNHEILINGER KIRCHEN*

Neunheilingen, das urkundlich zum ersten Male im Jahre 1150 in der Form „Neunheilingen“ vorkommt ist wahrscheinlich auf den Trümmern von Altenheilingen im 11. oder 12. Jahrhundert neu erbaut wurden. Da um 1150 jedes Dorf in unserer Gegend ein eigenes, wenn auch kleines Gotteshaus besaß, darf man wohl mit Sicherheit annehmen, daß Neunheilingens Kirche beim Wiederaufbau des Dorfes entstanden ist. Darauf deutet auch die romanische Krypta, die jetzige Sakristei hin, während der heutige Hauptbau der Kirche wahrscheinlich erst aus dem 16. Jahrhundert stammt. Die Kirche wurde den beiden Hauptheiligen der römischen Kirche, den Weltaposteln Petrus und Paulus geweiht. Beide sollen gegen das Ende ihres Lebens gemeinsam in Rom, der damaligen Welthauptstadt, gewirkt und auch zusammen, unter der Regierung des Kaisers Nero dort den Märtyrertod erlitten haben (64 nach Chr.). Die Bibel berichtet uns nichts über das Ende beider Männer. Aber aus anderen frühen Berichten wissen wir, daß Paulus, der römische durchs Schwert hingerichtet wurde, während Petrus, der Jude, wie sein Herr und Meister den bitteren Kreuzestod erdulden mußte.
Vor der Reformation muß Neunheilingen ein recht wohlhabendes Dorf gewesen sein. Neben dem Pfarrer waren nämlich nicht weniger als fünf Vikare (Hilfsgeistliche) ansässig, von denen einer das zweite Gotteshaus des Ortes, die Kapelle des heiligen Kreuzes (S. Cruzis) vor dem Tore am jetzigen Friedhof zu besorgen hatte. Diese Kapelle ist wahrscheinlich eine fromme Stiftung irgend eines reichen Neunheilinger Einwohners gewesen, denn sie wird auch „Stiftskirche“ genannt. Sie diente schon früh als Gottesackerkirche. Möglicherweise hat, wie in vielen anderen Orten (z.B. Bad Tennstedt) neben dem Kirchlein ein Siechen- und Armenhospital gestanden, in dem alte und arme Leute ein bescheidenes Unterkommen fanden. – Die ganz verfallene Kapelle wurde im Jahre 1717 neu erbaut. Das Hospital muß damals schon nicht mehr vorhanden gewesen sein. Anscheinend hat man aber vor 200 Jahren, vielleicht aus Geldmangel, nur den Rohbau fertiggestellt. Das Innere mit der ungestrichenen Kanzel und den rohen Bänken ist nie vollendet wurden. Der schöne Bau wäre es wert, erneuert und fertiggestellt zu werden: sonst verfällt er immer mehr und wird schließlich abgetragen werden müssen.

*Quelle: „Der Heilinger Bote“ 2. Jahrgang, 1926, Nr. 8, Herausgeber: Pfr. Hans Falckner

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