TA vom 24.08.2016: Gerichtsprozess von 1853 wird neu aufgerollt

Traditionelles Sommerfest am Sonntag in der Kirchenruine in Neunheilingen mit Theaterstück, Gottesdienst und Musik

Sabine Spitzer 24.08.2019, 02:01

Wegen des Mordes an einem 15-Jährigen auf Neunheilinger Territorium musste sich Heinrich Andreas Bornberg 1853 verantworten. Nun rollt das Volkstheater den Fall noch einmal auf. Der Prozess wird am Sonntag als Theaterstück beim traditionellen Sommerfest des Vereins „Sonnenkirche Neunheilingen“ in der Kirchenruine gezeigt.

Raimund Schmidt, Vorsitzender des Sonnenkirchen-Vereins, der auch beim Volkstheater Regie führt, hat das Stück mit dem Titel „Neunheilinger Prozess-Sommer“ geschrieben. Er hielt sich dabei an die historischen Fakten. So hatte sich am frühen Morgen des 25. Juli 1853 der 15-jährige Kaufmanns-Sohn Johann Goswin Krackrügge von Erfurt auf den Weg zum etwa zehn Stunden entfernten Schlotheim gemacht, um dort seine Großmutter zu besuchen. Doch er kam nie an. Am 2. August wurde dann im Neunheilinger Sonderholz seine Leiche gefunden – mit Schädel- und Stichverletzungen. Bornberg wurde angeklagt, er hatte Sachen des Jungen verkauft. Der Prozess wurde ihm in Erfurt gemacht.

Aufgeführt wird das Theaterstück am Sonntag um 15.30 Uhr. Zuvor gibt es um 14 Uhr bereits in der Ruine der Sonnenkirche einen Sommergottesdienst und ab 14.45 Uhr Kaffee und Kuchen und ab 17 Uhr Gebratenes vom Grill. Für Musik sorgt die Gruppe „Blechmusik & Paukenschlag“.

Das Sommerfest des Vereins Sonnenkirche ist Tradition. Er war gegründet worden, um die Kirchenruine zu erhalten. Das Gotteshaus soll deshalb auch wieder sein Dach zurückerhalten. Bei schlechtem Wetter findet das Fest im Gemeindesaal statt.