Der lose Klöppel und die beschädigte Aufhängung der 540 Kilogramm schwere Glocke in Neunheilingen sind repariert.

Neunheilingen. Schon länger hatte die Glocke der Sonnenkirche in Neunheilingen einen unregelmäßigen Klang. Pfarrerin Annemarie Sommer beschreibt es als „metallisch“.

Der Klöppel der über 500 Jahre alten Glocke war lose und „knallte“ nur noch gegen die Wände, berichtet Raimund Schmidt vom Sonnenkirchen-Verein. Bei einer routinemäßigen Untersuchung im Frühjahr wurde festgestellt, dass auch das Joch die 540 Kilogramm schwere Glocke nicht mehr fest mit dem Balken verbindet. „Hier bestand Gefahr im Verzug“, sagt Schmidt.
Die Läutanlage war zuletzt vor 90 Jahren modernisiert worden. Die Anlage musste manuell bedient werden. Deshalb konnte kein Gottesdienst in Neunheilingen mit Geläut begonnen werden, informiert Pfarrerin Sommer.
Seit ein paar Wochen nun läutet die Glocke im Dachstuhl der Sonnenkirche wieder regelmäßig und nun auch automatisch. „Die Anlage kann jetzt ganz einfach per Funkfernsteuerung betrieben werden“, sagt Raimund­ Schmidt stolz. Auch das alte Stahljoch wurde durch ein hölzernes ersetzt und die Aufhängung erneuert.
Die Kosten für die Modernisierung des Glockenstuhls belaufen sich auf etwa 4.600 Euro. Etwa die Hälfte kam durch Spenden des Vereins Sonnenkirche, des Pfingst- und Traditionsvereins Neunheilingen, der Jagdgenossenschaft und der Agrargesellschaft des Ortes zusammen. Für den Rest mussten Kirchgemeinde und Kirchenkreis aufkommen. „Ich bin wirklich froh, dass die Neunheilinger so hinter ihrer Dorfkirche stehen. Sonst wäre eine Sanierung nicht möglich gewesen“, sagt Annemarie Sommer.
Damit das Geläut der Glocke auch richtig zur Geltung kommen kann, sollen im kommenden Jahr auch die drei Turmluken erneuert werden. Bisher müssen die nämlich noch per Hand geöffnet werden, damit die Glocke gehört werden kann. Pfarrerin Sommer freut sich, dass die Gottesdienste im Dorf nun wieder mit Geläut begonnen werden können.
Susan Voigt / 13.12.18